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1. Woche Alltag

Das Eingewöhnen in Dortmund läuft auf Hochtouren seit Montag. Der 1. Schultag nach den Ferien stand an.  Zwei Kinder aus der Klasse waren eigentlich abgestellt worden, um Püppchen an der Haupteingangstür abzuholen und ihr den Weg in die Klasse zu zeigen. Diese beiden " hoch motivierten " Kinder verkündeten lauthals  , dazu keinen Bock  zu haben . Das ist für ein Kind  , welches gerade den 1. Schultag an einer neuen Schule hat, natürlich gaaaaanz toll. Man fühlt sich soooo willkommen. Leider zog sich dieses durch den ganzen Tag. Kein Lehrer wusste davon, dass es eine neue Schülerin in der Klasse gibt. Die Absprache mit den beiden Klassenlehrern war ganz anders gewesen. Von zusammenstellen von Unterichtsinhalten war die Rede gewesen.... nichts davon wurde in die Tat umgesetzt.  Nach dem 1. Schultag  rief das Püppchen laut weinend bei mir in Büro an. Sie hatte sich promt verlaufen.  Voller Panik und Angst stand sie alleine mitten in der Stadt. Nach tiiiefem Luft holen und sich in Ruhe einmal umschauen fand sie den Weg nach Hause.   So begann  das Stadtleben für ein Dorfkind. Der 2. Schultag  war nicht viel besser. Ein Mädchen hatte sich bereit erklärt, Püppchen vom Haupteingang abzuholen und promt hatte dieses Kind verschlafen .... Püppchen wuselte sich alleine durch die Schule und fand auch rechtzeitig ihr Klassenzimmer...der Weg nach Hause wurde ohne Probleme gefunden und am 3. Schultag verkündete der Englischlehrer dass am Donnerstag  dann der Vokabeltest geschrieben würde. Die Vokabeln hatten die anderen Kinder vor den Herbstferien bekommen ..... zu erwähnen ist noch, dass Püppchen noch kein Englisch Buch hat und sich erstmal in windeseile die Vokabeln vom Sitznachbarn abfotografiert hat. Handy sei Dank sag ich nur. Ein  weiterer Punkt ist ihre Klarinette. Bei der Anmeldung an der Schule wurde besprochen dass sie im Orchester mitspielen möchte und auch Instrumentaluntericht haben möchte.  Als die Lehrerin sie dann bestellte, um vorzuspielen , wurde festgestellt, dass die Kinder in Dortmund auf einer anderen Klarinette spielen als auf der alten Schule. Es gibt 2 unterschiedliche Griffsysteme und Püppchen war am Boden zerstört. Aaaaaaber nach 2 Telefonaten  hatte ich ein Leihinstrument organisiert. Das ist der Vorteil in der Stadt :-)
Am Donnerstag wurde  der Vokabeltest geschrieben und am Donnerstag Nachmittag rief das Kind weinend an, der Vokabeltest wurde mit einer 4 zurückgegeben. Halleluuuhhhjaaaa !!!! In 8 Jahren Schule hat sie noch nie eine 4 geschrieben. Ich tröstete am Telefon und machte Mut und war innerlich echt traurig dass das Kind jetzt auch noch sowas erleben musste. Im Gedanken war ich nur noch beim Püppchen und konnte  mir nicht erklären warum sie so einen Black out hatte. Nur , um dann 3 Stunden später ein Kind am Telefon zu haben ( ich hatte sie nocheinmal angerufen um sie zu trösten ) welches sich kaputt  lachte ......
Diese kleine Ziege hatte mich auf den Arm genommen und ich habe es wirklich und wahrhaftig geglaubt....
Es war keine 4 sondern eine 1 im Vokabeltest. Nur zwei Kinder hatten eine 1 und Püppchen war ein Kind davon...
Mennnooooooooooooooo was war ich froh...
Morgen holen wir die Klarinette ab und dann haben wir die 1. Woche im Dortmunder Alltag hinter uns gebracht...

Ex 23.10.2015, 09.41

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Ingrid

Auch in der Stadt war es früher anders. Die Zeiten haben sich geändert und die Menschen auch, alles wird immer oberflächlicher, immer unpersönlicher, egoistischer. Ich finde das auch sehr schade.
Man fragt sich, wie das noch weiter gehen wird...

vom 25.10.2015, 17.14
Antwort von Ex:

Ja da hst du wirklich Recht. Ich komme mir schon wie meine eigene Oma vor. Die beklagte das auch immer mit der Unpersönlichkeit. Nun jammer ich darüber.  *lach*
4. von Martina

Etwas holprig die ersten Tage, aber das mit der eins im Vokabeltest ist doch suuuuuper und alles andere wird sich mit der Zeit auch geben! Es ist halt nicht leicht vom Dorf ins Stadtleben, aber ich glaube ihr werdet beide das beste draus machen und euch recht schnell wohl fühlen in eurer neuen Heimat.
Liebe Grüße, Martina

vom 24.10.2015, 17.35
Antwort von Ex:

Danke Martina, das hoffe ich auch.
3. von Ingrid

Das finde ich wirklich unerhört von der Schulleitung bzw. dem zuständigen Klassenlehrer, dass man eine neue Schülerin so hängen lässt, dass die Lehrer nicht einmal wissen, dass eine neue Schülerin da ist, diese willkommen heißen, den anderen Kindern vorstellen und sich um sie kümmern, fragen, ob alles in Ordnung ist (was es eben nicht war!)... Was ist denn das für eine schleißige Organisation? Sie hätten dich aufmerksam machen müssen, welche Klarinette dort gespielt wird, hätten die Englisch Vokabeln vorher schon bekanntgeben bzw. das Englischbuch anführen müssen und vor allem eine verlässliche Schülerin damit beauftragen müssen deine Tochter abzuholen und zur richtigen Klasse zu bringen.
Aber dein Kind ist auf Zack, hat sich schnell in der Stadt zurecht gefunden und sogar eine 1 in Englisch geschrieben und es denen gezeigt! Super! Ganz die Mama!

Aber den Rektor würde ich schon mal darauf hinweisen, was da alles schief gelaufen ist - das geht ja gar nicht!

Ein schönes Wochenende wünscht dir und deinem Töchterlein,
Ingrid

vom 23.10.2015, 19.23
Antwort von Ex:

Ja , liebe Ingrid. Ich gebe dir zu 100 % Recht. Ich mache zur Zeit die Erfahrung, dass in der Stadt das " sich kümmern " irgendwie ganz anders aussieht als bei uns auf dem Dorf.  Sicherlich hat das was mit der sozialen Situation in der Stadt zu tun, obwohl wir nicht in einem " armen " Viertel wohnen, sondern in einem ehr wohlhabenden Umfeld. Die Menschen sind einfach ganz anders in der Stadt. Ich grüße zum Beispiel immer wenn ich durch unsere Straße gehe und jemanden sehe. DU musst nicht glaube dass die Menschen zurück grüßen. Manche heben den Kopf und mache schauen nicht einmal hoch. Kein " Schwatz " auf der Straße oder am Gartenzaun, selbst mit den direkten Nachbarn nicht. Das mag vielleicht daran liegen, dass wir noch neu sind...trotzdem ist es so schrecklich unpersönlich....
2. von Perle

Menno ich hab beim Lesen die ganze Zeit mitgelitten und gezittert. Gott sei Dank scheint sich ja alles einigermaßen einzurenken. Und für die kleine Verarsche mit der 4 geb deiner Maus mal einen freundlichen Stubbser von mir :-)) So ein kleines Biest , aber ein liebes..
LG an Euch Perle

vom 23.10.2015, 13.43
Antwort von Ex:

Erledigt...*gggg* ich soll dich lieb von ihr grüßen... sie kichert heute noch, dass sie mich auf den Arm genommen hat.
1. von Linda

Na, das war ja turbulent. Sehr traurig von den Klassenkameraden, keinen Bock auf eine Neue zu haben. Aber sehr gut, daß du ihr so zur Seite stehst. Hoffentlich wird es bald besser mit der Schule und allem. Daß Versprechen nicht mal von der Schulleitung und allem eingehalten werden, das ist ein Armutszeugnis für die Schule bzw. die Leute dort.
Liebe Grüße Linda

vom 23.10.2015, 10.21
Antwort von Ex:

Ja das ist leider wahr. So richtig in Wallung kommt nur die Musiklehrerin an der neuen Schule. Ich bin ganz gespannt wie die 2. Woche in der Schule wird. Einen lieben Gruß zurück an Dich.